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(11.10.2007 / duz) Das
Teilinternat Dormagen feierte seinen 10. Geburtstag im TSV Bayer Sportcenter
in Anwesenheit zahlreicher Gäste,
darunter der für Sport zuständige Staatssekretär Manfred Palmen,
Bürgermeister Heinz Hilgers, die Vertreter von Fachverbänden, Institutionen
und Förderern sowie Paten und Nutzer der erfolgreichen Einrichtung. Sie alle
wurden begrüßt von Dr. Bertram Anders und Detlev Zenk, den Vorsitzenden des
TSV Bayer Dormagen und des AC Ückerath. Die beiden
Dormagener Sportvereine hatten die Einrichtung 1997 aus der Taufe gehoben,
2002 kam der Neusser HV hinzu. Ziel des
Teilinternates ist insbesondere die ergänzende pädagogische Unterstützung der
heimischen Spitzensportlerinnen und -sportler in den Schwerpunkten Fechten,
Handball, Leichtathletik, Ringen und Schwimmen.
Inzwischen besuchen rund 90 Athleten an den drei Standorten die „Brücke
zwischen Schule und Sport“, wie der pädagogische Leiter Hans-Peter König
betonte. Er listete die beeindruckende Medaillensammlung auf – weit über 200
Mal Gold, Silber oder Bronze und herausragende Platzierungen bei
internationalen und nationalen Meisterschaften bestätigen den Weg, der in
Dormagen auch dank der finanziellen Förderung durch die Stiftung Sport des Rhein-Kreises
und der Sparkasse eingeschlagen wurde.
Dr. Hans-Jürgen Belke, der ehemalige Schulleiter
der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule, ist zusammen
mit den Vereinen Initiator des Teilinternates. Er erinnerte an die Ursprünge
und begründete das Erfolgsgeheimnis mit der „Betreuung aus einer Hand“. Er
halte es freilich für notwendig, dass die vor zwei Jahren von 38 auf 19
halbierte Zahl der für das Teilinternat zur Verfügung gestellten
Lehrerstunden vom Land Nordrhein-Westfalen wieder angehoben werde. Ein
Appell, der vom Staatssekretär aufgegriffen wurde. „Ich werde mich für eine
praktikable Lösung einsetzen“, kündigte Manfred Palmen an, der ebenso Lob für
die in den letzten zehn Jahren geleistete Arbeit verteilte wie Bürgermeister
Hilgers. Der stand schon vor zehn Jahren mit Rat und Tat beim Aufbau des
Teilinternates zur Seite.
Die Säbelfechter Nicolas Limbach, Ende September Dritter der
Weltmeisterschaft in St. Petersburg, und Junioren-Weltmeister Benedikt Beisheim schilderten im Talk mit Detlev Zenk ihre
positiven Erfahrungen als ehemalige Besucher des Teilinternates ähnlich wie
Stabhochspringer Karsten Dilla (4. bei der U20-EM),
der von der Einrichtung profitiert. Dass dort auch Selbstvertrauen vermittelt
wird, erfuhren die Gäste von Dilla, der schmunzelnd
die sechs Meter als Ziel für das nächste Jahr angab. Björn Otto will diese
Höhe auch noch in Angriff nehmen. Er ist als Pate ein bedeutender Befürworter
des Teilinternates: „Wenn es schon früher da gewesen wäre, wäre ich bestimmt
auch dorthin gegangen.“ Eine Aussage, die Stéphanie
Groß, kürzlich aus Aserbeidschan als Vize-Weltmeisterin zurückgekehrt, nur
unterstreichen kann: „Viele unserer Nachwuchsringerinnen hätten es ohne das
Teilinternat sicher nicht so weit gebracht.“
Das Teilinternat Dormagen im Überblick
Zwischen Internatsleitung, Eltern und Schüler/innen werden die Zielsetzungen
regelmäßig besprochen. Die pädagogische Betreuung der Schüler/innen ist
während der Schul- bzw. Ausbildungszeit wie folgt strukturiert:
• allgemeine Hausaufgabenbetreuung
• gezielter Förder- und Stützunterricht in Kleingruppen
• Nachhilfe in Einzelbetreuung
• Hilfe bei der Suche nach Ausbildungsplätzen
• Vorbereitung auf Ausbildungsprüfungen
Die Schüler/innen des Teilinternates werden durch die Trainer des AC Ückerath langfristig gezielt ausgebildet und gefördert
und erhalten eine persönliche Laufbahnberatung. Unterstützt werden diese
Maßnahmen durch die Fachverbände und den Olympiastützpunkt
Köln/Bonn/Leverkusen.
Die sportlichen Erfolge der Ringerinnen des AC Ückerath
zeigen, dass die Einrichtung des Teilinternates ein positiver Schritt für das
Ringen der Frauen ist. Seit August 1997 gewannen Schülerinnen des
Teilinternats eine Fülle von deutschen Meistertiteln und erzielten weitere
herausragende Platzierungen bei internationalen und nationalen Meisterschaften.
Bis heute hat sich niemand in schulischer Hinsicht verschlechtert. Die
pädagogische Betreuung findet in einem eigens hergerichteten Klassenraum an
der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Dormagen/Nievenheim statt, der u. a. mit PCs, Übungsmaterialien
und Büchern ausgestattet ist. Die Schülerinnen sind sowohl im Rahmen der
pädagogischen Betreuung als auch beim Training in der Regel hochmotiviert. Gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge
fördern das soziale Miteinander und schaffen einen Ausgleich für die hohen
Belastungen, denen die jungen Sportler/innen ausgesetzt sind. Inzwischen
haben verschiedene Schülerinnen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Die Attraktivität des Teilinternates sowie die gute und erfolgreiche Arbeit
zur Förderung der Talente tragen dazu bei, dass sich viele neue Sportlerinnen
für das Ringen und den Verein interessieren.
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